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Dr. med. dent. Karl Heinrich Hofmann, Zahnarzt, Ganzheitliche Zahnmedizin
   
Zahnarztpraxis Dr. med. dent. Karl Heinrich Hofmann - Publikationen - Allgemein
Parodontitisbehandlung

Entstehung der Parodontitis
Eine Parodontitis, umgangssprachlich auch „Parodontose“ genannt, ist eine meist chronische, weit verbreitete Entzündung des Zahnhalteapparates, welcher aus dem Zahnfleisch, dem Alveolarknochen, dem Wurzelzement und den bindegewebigen Haltefasern der Zahnwurzel besteht. Verursacht wird eine solche Entzündung durch die Ansammlung von Bakterien auf den Zahnoberflächen, vor allem in den der Mundhygiene weniger zugänglichen Nischen zwischen den Zähnen. In der Mundhöhle des Menschen findet sich eine riesige Zahl von Mikroorganismen: man spricht von über 500 verschiedenen Bakterienarten. Die meisten von ihnen sind harmlos. Durch unzureichende Zahnreinigung oder auch eine Abwehrschwäche kann die Gesamtmenge der Bakterien zunehmen. Außerdem verschiebt sich das Verhältnis der harmlosen zu Gunsten der gefährlichen Bakterienarten. Die Bakterien bilden giftige Stoffwechselprodukte, welche eine körpereigene Abwehrreaktion auslösen. So entsteht eine Entzündung.

Wie destruktiv diese Entzündung aber ist, hängt in ganz entscheidendem Maße von individuellen, zum Teil genetisch bedingten Faktoren ab. Die Abwehrzellen verschiedener Menschen unterscheiden sich sehr stark im Ausschütten von Botenstoffen (Interleukinen), die die Entzündungsreaktionen auslösen. Das wichtigste Interleukin ist das TNF-alpha. Menschen mit einer hohen TNF-alpha Ausschüttung haben einen sehr viel stärkeren Alveolarknochenabbau und auch ansonsten viel mehr Probleme mit chronischen Entzündungen im Körper.
Ein weiterer Faktor stellt das Rauchen dar, es verstärkt das Ausmaß der Parodontitis um den Faktor 3.

Meistens erkrankt zunächst das oberflächliche Zahnfleisch (Gingivitis). Bei längerer Nichtbehandlung dringt die Entzündung dann in die Tiefe des Zahnbettes vor (Parodontitis), wobei Knochen und Haltefasern aufgelöst werden. Man spricht dann von Zahnfleischtaschen. Je tiefer diese sind, umso schwieriger und aufwendiger ist die Behandlungssituation. Nicht immer können die erkrankten Zähne auf Dauer erhalten bleiben. In extremen Fällen müssen Zähne auch extrahiert werden, um die Situation angrenzender Zähne zu verbessern und den Alveolarknochen durch die chronischen Entzündungsprozesse nicht vollständig zu verlieren.

Klinische Anzeichen von Zahnfleischerkrankungen sind Zahnfleischbluten, dunkelrotes, geschwollenes Zahnfleisch, eventuell ein unangenehmer Geschmack im Mund und Mundgeruch, im fortgeschrittenen Zustand auch die Lockerung und Wanderung von Zähnen.


Diagnose der Parodontitis
  1. klinisch
    Die klassische Diagnose der Parodontitis erfolgt mit einer skalierten Sonde, mit welcher das Ausmaß der Taschenbildung festgestellt wird. Taschentiefen ab 3,5 mm gelten i.d.R. als behandlungsbedürftig, vor allem dann, wenn sich als Folge der Sondierung eine Blutung bildet (BOP = Bleeding on Probing). Taschen, welche tiefer als 5,5 mm sind, müssen teilweise auch chirurgisch behandelt werden. Außerdem wird die Lockerung der einzelnen Zähne festgestellt.
     
  2. Testverfahren
    Bei der klinischen Diagnose der Parodontitis bleibt immer ein Rest von Subjektivität. Es ist nicht immer einfach zu entscheiden, ob und wie umfangreich behandelt werden soll. Deshalb sind Laboruntersuchungen eine große Hilfe und ein unbestechlicher Maßstab, den aktuellen Entzündungszustand des Zahnhaltegewebes festzustellen.

    Alpha MMP-8 Test
    Festgestellt wird ein Abbauprodukt der Bindegewebsfasern, welche zwischen Knochen und Zahnwurzel verlaufen und den Zahn festhalten. Je höher der festgestellte Wert ist, umso stärker ist das Maß der Entzündung und umgekehrt. Dafür wird an vier Stellen des Gebisses ein kleiner Papierstreifen für 30 Sekunden in die Zahnfleischtaschen geschoben.

    Keimbestimmung
    Hierbei wird festgestellt, ob und in welchem Ausmaß die gängigen Problemkeime vorhanden sind. Dies ist wichtig zur Beantwortung der Frage, ob und wenn ja, welches Antibiotikum bzw. welche Antibiotika-Kombination unterstützend eingesetzt werden soll.

Klassische Therapie der Parodontitis
Den wichtigsten Teil der Therapie stellt die regelmäßige Säuberung der Zähne dar. Zum einen ist der Patient täglich gefordert, eine gute Mundhygiene auch mit Hilfe von Zahnseide, Superfloss oder Interdentalbürstchen zu leisten. Zwei bis vier mal im Jahr muss in der Zahnarztpraxis eine professionelle Zahnreinigung erfolgen. Die Bereitschaft dazu ist für mich Hauptvoraussetzung, eine systematische Parodontalbehandlung durchzuführen.

Die eigentliche Behandlung stellt eine gründliche Säuberung der Taschen, bzw. Glättung der Wurzeloberflächen dar. Bei mittlerer Taschentiefe reicht in der Regel ein konservativ-chirurgisches Vorgehen, d.h. die Taschen werden unter Anästhesie mit Ultraschall und Handinstrumenten gereinigt. Bei sehr tiefen Taschen kann es nötig werden, das Zahnfleisch aufzuklappen, um Einblick in den Taschendefekt nehmen zu können.
Liegen vereinzelte tiefe Knochentaschen vor, die mit Knochenersatzmaterial gefüllt werden sollen oder ist eine Verpflanzung von Schleimhaut zur Deckung einer Rezession nötig, überweise ich diese Fälle zu kooperierenden Kieferchirurgen.

Unterstützende Therapien der Parodontitis
Ölspülungen
Je nach Vorhandensein der Problemkeime verordne ich im Anschluss an die klassische Therapie verschiedene Ölmischungen zum mehrfachen Spülen am Tag.

Sauerstoff-Ozon-Begleittherapie
Eine lokale Begleittherapie stellt die Sauerstoff-Ozon-Therapie dar. Medizinisches Sauerstoff-Ozongas, in die Umschlagsfalte gespritzt, dringt in die Knochenstruktur vor und ist stark bakterizid.

TNF alpha Hemmer
Die Ausschüttung von TNF alpha, das bekanntlich den Schweregrad der Entzündung ausmacht, kann durch die Einnahme verschiedener Präparate vermindert werden. Welches Präparat bei welchem Patienten besonders gut wirksam ist, kann mit Hilfe einer Laboruntersuchung von Blut des Patienten festgestellt werden. Damit kann die Parodontitis auch gezielt von innen angegangen werden.

Homöopathisch, orthomolekulare Begleittherapie
Mit Hilfe des Muskeltestes können entsprechende Präparate ausgetestet werden, die den Organismus von innen stärken und die Abwehrkraft steigern.

Parocheck

Problemkeimtest,
sterile Papierspitzen werden für 30 Sek.
in die tiefsten Taschen eingeschoben.